Schlagwort-Archive: Schulden

Freihandelsabkommen o.k.?

ttip-1345714_1280Eigentlich sollte ich es gut finden, wenn unsere Wirtschaftsvertreter und ein ehemaliger Schuldeneintreiber – sprich Finanzminister – sich pro EU, TTIP oder CETA äußern. Es ist nicht verwunderlich, dass alle Staaten heute in dieser Schuldenspirale stecken, denn diese Organisationen und deren Bedienstete haben einen großen Anteil daran, dass es so ist.

Wenn man sich den ach so großen Wohlstand anschaut, den wir hier in Vorarlberg vordergründig haben, dann sollte man bedenken, dass ein Gutteil dieses Wohlstands zum einen über Schulden finanziert ist, und zum anderen zulasten der wirklich armen Menschen dieser Welt geht. Unser Wohlstand findet auf dem Rücken der Armen und Ärmsten dieser Welt statt. Jeden Tag verhungern Tausende Kinder.

Jean Ziegler sagt, dass wir alle einen großen Anteil an der Schuld an diesem Hungertod tragen. Es nützt nichts, die Argumente gegen diese Freihandelsabkommen darzulegen, denn so lange es in der Politik immer nur um Arbeitsplätze geht, damit die Menschen in Knechtschaft gehalten werden können, so lange wird es solche Abkommen geben.

Erst wenn wir lernen, dass jeder Mensch ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und somit auf ein Grundeinkommen hat, erst dann werden wir aufhören, anderen etwas wegzunehmen und uns kooperativ verhalten. Erst dann haben wir echten Wohlstand.

Thomas Cassan


Auch als Leserbrief in den „Vorarlberger Nachrichten“ vom 19.9.2016

Ernst Wolff erklärt den IWF in 5 Minuten

Neoliberaler Faschismus – wunderbar erklärt – wie wir ihn heute überall auf der Welt vorfinden. Das ist der wahre Terrorismus!!!

Er sieht aus wie Robert Redford in „Die Unbestechlichen“ und er ist genauso brillant. Die Rede ist von Ernst Wolff, einem Journalisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Machenschaften der Geld-Elite bis ins kleinste Detail auszugraben und einer breiten Öffentlichkeit zuzuführen.
Das geschieht, wie für einen Autoren üblich, in Buchform, oder indem sich der Journalist Wolff für ein Interview vor die Kameras von KenFM begibt.

Wolff will den Dreck, den er zutage fördert, aber auch erlebbar machen. Die Wut über den Irrsinn bei den Usern verstärken, auf dass sich endlich der überfällige Widerstand regt. Nur so ist Wandel möglich.

Aus diesem Grund lädt Ernst Wolff am 11. Februar 19.30 Uhr in die Berliner Urania. Da Thema lautet:

„Weltmacht IWF – Die Auswirkungen der Programme des Internationalen Währungsfonds in Europa“

Was trocken klingt, erhält, wenn Wolff es präsentiert, einen gewissen Unterhaltungswert, wie dieser Ausschnitt aus Positionen #2 beweist.

Tickets für den 11.02. in der Urania gibt es hier:
http://www.urania.de/weltmacht-iwf-die-auswirkungen-der-pro…

Das Buch mit dem günstigsten Preis als Ebook Weltmacht IWF gibt es hier für 8,39 €:
https://paperc.com/books/weltmacht-iwf/233876/copyright


Quellen:

Klartext von Ernst Wagenhofer im ORF

Einer der sehr seltenen Momente, in denen man wache Menschen in den Lamestream-Medien Klartext reden läßt – diesmal in der Nach-Richten-Sendung „Zeit im Bild“ des österreichischen Staatsfunks ORF.

Ernst Wagenhofer, Regisseur von Filmen mit Aufklärungswert wie „Let’s Make Money“, „We Feed the World“ oder „Alphabet“ spricht bezüglich der Griechenland-Krise Wahrheiten aus, die ansonsten von sämtlichen Massenmedien beharrlich verschwiegen werden.

Geld und Politik

Geldschöpfung in Faust II

Die Geldschöpfung ist ein elementares Grundrecht jeder Gemeinschaft und ein politisch brisantes und sensibles Werkzeug – und gehört daher in verantwortungsvoll denkende und handelnde Hände. Das ist nicht immer der Fall gewesen, wie wir schon in Goethe´s Faust nachlesen können. Im Teil II beschreibt er, wie Geldschöpfung damals funktionierte1. Da gab es den Kaiser, der in Geldnöten war. Kein Problem für Mephisto und Faust. Sie legen dem Kaiser einen Plan vor, der ihn von seinen Geldnöten befreit: die Papiergeldschöpfung, also die Ausgabe von Geldnoten, die durch die im Boden vergrabenen Goldschätze „gedeckt“ sind und durch die Unterschrift des Kaisers legalisiert werden, also zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt werden, das jeder an Goldes statt annehmen muss.

Kanzler liest:

„Zu wissen sei es jedem, der´s begehrt: – Der Zettel hier ist tausend Kronen wert. – Ihm liegt gesichert, als gewisses Pfand, – Unzahl vergrabnen Guts im Kaiserland. – Nun ist gesorgt, damit der reiche Schatz, – Sogleich gehoben, diene zum Ersatz.“

Der Plan gelingt, der Kaiser ist seiner Schulden ledig, er kann sich alles kaufen: „Paläste, Gärten, Brüstlein, rote Wangen“ – und Soldaten. Endlich kann er Krieg führen.

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Die Bank of England stellt die Ökonomie auf den Kopf

Eigentlich müssten jetzt alle Lehrbücher umgeschrieben werden

Henry Ford hat einmal darauf hingewiesen wie gut es ist, dass die meisten Menschen nicht verstehen, wie das Geldsystem funktioniert. Würden sie es durchschauen, meinte er, „hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“ In der letzten Woche ist nun etwas erstaunliches geschehen: Die Bank of England hat in einem Beitrag zugegeben, dass die Ansicht fast aller Ökonomen zur Geldordnung falsch ist und dass Positionen von Exoten wie der „Occupy Wall Street Gruppe“ richtig sind.

Die Ökonomen behaupten, dass die Bevölkerung ihre Ersparnisse zu den Banken bringt und diese es an Kreditnehmer verleihen. Das Mindestreservesystem erlaubt es den Banken, wesentlich mehr als die vorhandenen Einlagen zu verleihen. Wenn die Einlagen nicht ausreichen, können die Banken sich auch Geld von der Zentralbank leihen.

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Wachstumswahn

Ich habe vor kurzem wieder mal seit längerem ferngesehen und da lief eine Diskussion im Bayrischen Fernsehen. Da saßen Wirtschaftsexperten, Kirchenvertreter und Politiker an einem Tisch und diskutierten über das Thema „Geld regiert die Welt – wer regiert das Geld?“. Seltsamerweise wurde diese Frage eigentlich dann gar nicht besprochen. Es wurden wie immer nur die gleichen Phrasen geschmettert – wir brauchen Wachstum, mehr Wettbewerbsfähigkeit und einen Abbau der Schulden.

Dieser unbeschreibliche Unsinn wird nach wie vor gepredigt, so nach dem Motto – man muss es nur oft genug wiederholen, dann wird’s schon richtig sein. Man muss ja gar nicht zu tief in die Materie Finanzsystem blicken, um zu verstehen, warum das nicht funktionieren kann – zumindest auf lange Sicht. Dieses System hat eine Halbwertszeit von 60-80 Jahren. Danach muss es zusammenkrachen, damit alles wieder auf Null gestellt werden kann. Dann beginnt das ganze wieder von neuem.

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Lässt sich das aktuelle Finanzsystem noch reparieren?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein wenig weiter ausholen. Seit wir im verzinsten Geldsystem leben, und das ist immerhin schon ein paar Jahrhunderte alt, haben wir immer wieder erlebt, dass, wenn dieses System ans Ende eines Lebenszyklus ankam, es mit Gewalteskalationen beendet wurde. Häufig fanden diese Exzesse in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten statt. Aus was für einem Grund auch immer ein Krieg vom Zaun gebrochen wurde, unterm Strich ging es doch immer wieder darum, andere Länder zu vereinnahmen, um sich an deren Einnahmen und Ressourcen gütlich zu tun und seine eigenen Mängel noch ein wenig länger zu vertuschen. Erst mit der Zeit wurden die Gründe für den Kriegsausbruch offensichtlicher, weil es sich schwerer vertuschen ließ. Die Kriege in der Neuzeit, also seit Beginn des 20. Jahrhunderts, waren allesamt in der dafür konsequent geplanten Finanzpolitik begründet. Die Politdarsteller waren allesamt nur willfährige Durchführungsgehilfen.

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